Astat                   85At

 

 

griech.: astatos ("unbeständig")

   
relative Atommasse: 209,9871
Ordnungszahl: 85
Schmelzpunkt: 302°C
Siedepunkt: 370°C
Oxidationszahlen: 7, 5, -1
Dichte: 8,75 g/cm³
Härte (Mohs): ---
Elektronegativität (Pauling): 2,20
Atomradius: 145pm
Elektronenkonfiguration: [Xe]4f145d106p5

 

Eigenschaften

 

physikalischen Eigenschaften:   Wegen der kurzen Lebensdauer seiner Isotope basieren alle Kenntnisse über chemischen und physikalischen Eigenschaften des Astats auf Untersuchungen im Tracer Maßstab von 10–12 bis 10–16 g. Die größten bisher auf einmal hergestellten Mengen betrugen circa 50 mg. Astat ist das schwerste Halogen, hat jedoch deutlich metallische Eigenschaften. In dieser Hinsicht ähnelt es eher dem Polonium als dem Iod. Bei Raumtemperatur ist Astat ein Feststoff welcher wie auch das Iod zum Sublimieren neigt.

chemische Eigenschaften:  In Gegenwart der freien Halogene (X = Cl, Br, J) bilden sich Interhalogenverbindungen der Form AtX, die mit Tetrachlormethan zu extrahieren sind. In wässriger Phase liegen AtX2-Anionen vor. Organische Astatverbindungen können durch Substitutionsreaktionen unter Verwendung von Iod als Nichtisotopen-Träger synthetisiert und gas- oder flüssigkeitschromatographisch identifiziert werden.

 

 

Vorkommen

 

Die Isotope 215At und 217At– 219At kommen in sehr geringen Spuren in Uran- und Thorium-Mineralien vor; für die Lithosphäre wird eine Menge von etwa 70 mg angegeben. Damit ist Astat das seltenste aller in der Natur gefundenen Elemente.Im Organismus wird At, ähnlich wie Iod, in der Schilddrüse angereichert u. – in kolloidaler Form appliziert – in der Leber gespeichert.

 

 

Geschichtliches

 

Im Jahre 1940 wurde das Element von den Naturwissenschaftlern Emilio G. Segré, D.R.Corson und K.R. Mackenzie in Kalifornien entdeckt und erstmals synthetisiert. Dazu wurden Bismut-209-Atome mit Heliumkernen beschossen, wobei Astat und zwei Neutronen freigesetzt wurden. Von diesen Wissenschaftler wurde die ältere Bezeichnung Eka-Jod ersetzt gegen den Namen Astatin. 

 

 

Darstellung

 

Das Astat-Isotop 211 lässt sich durch den Beschuss von Bismut-209-Atomen mit Heliumkernen herstellen, dabei führt die Kernreaktion zu Astat-Atomen und Neutronen:

 

 

Verwendung

 

Organische Astatverbindungen finden vorallem in der Nuklearmedizin Einsatz als Strahlungsquelle zur Bekämpfung von bösartigen Tumoren. Außerdem eignen sich die kurzlebigen Astat-Isotope auch zur Untersuchung der Stoffwechselprozesse der Schilddrüse. Im Organismus wird Astat, ähnlich wie Iod, in der Schilddrüse angereichert und ( in kolloidaler Form appliziert) in der Leber gespeichert.

 

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