Iod                         53

Abb.: Chlor (grün), Brom (rot-braun) und Iod (violett) in elementarer Form

 

griech.: ioeides ("violett")

   
relative Atommasse: 126,90447
Ordnungszahl: 53
Schmelzpunkt: 113,6°C
Siedepunkt: 184,35°C
Oxidationszahlen: 7, 5, 3, 1, -1
Dichte: 4,94g/cm³
Härte (Mohs): ---
Elektronegativität (Pauling): 2,66
Atomradius: 133,3pm
Elektronenkonfiguration: [Kr]4d105s25p5

 

Eigenschaften

 

Physikalische Eigenschaften: Iod ist als Reinstoff ein dunkelgrauer kristalliner Feststoff welcher schon bei Raumtemperatur unter Bildung von violetten Dämpfen sublimiert. Das gasförmige Iod liegt als dimeres Molekül der Form I2 vor. Es sind drei Modifikationen des festen Iod bekannt: amorph, orthorhombisch und monoklin. Ioddämpfe reizen die Schleimhäute und Augen. Schmelzt man Iod langsam so entsteht eine braune Flüssigkeit, welche den elektrischen Strom gut leitet. In organische Lösungsmitteln kann es je nach Lösungmittel rote, braune oder violette Lösungen bilden. Da Ios äußerst keimtötend ist wird es in der Medizin als so genanntes Iodwasser (eine Lösung aus Kaliumiodid und Iod) zur Desinfektion verwendet.

Chemische Eigenschaften: Iod ist im Vergleich zu Fluor, Chlor und Brom wesentlich reaktionsträger, trotzdem kommt es in der Natur nicht in elementarer Form vor. Zusammen mit unedlen Metallen wie beispielsweise Zink oder Magnesium reagiert es heftig unter Bildung von Iodiden. In einer wässrigen Stärke-Lösung und in Anwesenheit von Iodid-Ionen bildet es einen tiefblauen Iod-Stärke-Komplex (Nachweis für Stärke).

 

 

Vorkommen

 

Iod kommt auf der Erde niemals in elementarer Form vor. Mit einem Massenanteil von 0,000006% ist das 70. häufigste Element der Erde. Es taucht in Gesteinen und Mineralquellen, sowie in allen Weltmeeren und in Salzlagerstätten in Form seiner Iodide auf. Sogar in der Luft lässt sich Iod in sehr geringen Mengen nachweisen. Iod spielt auch im menschlichen Hormonhaushalt vor und wird in der Schilddrüse gespeichert. Iodmangel führt zu einem Anschwellen der Schilddrüse und zur Bildung eines Kropfes.

Industriell wird Iod vor allem in Russland (aus Seetang), USA und in Frankreich (Meeresküste), sowie in südamerikanischen Staaten (Chile-Salpeter) gewonnen.

 

 

Geschichtliches

 

Iod wurde im Jahre 1811 vom französischen Chemiker Bernard Courtois (1777-1838) entdeckt. Courtois wollte eigentlich eine Lauge aus Seetang gewinnen. Wurde nun die gewonnene Lauge mit konzentrierter Schwefelsäure versetzt entstanden violette Dämpfe. Erst Sir H. Davy und Joseph Louis Gay-Lussac erkannten das es sich bei dem violetten Dampf um ein Element handelt. Sie benannten es wegen seinen charakteristischen violetten Dämpfen nach dem griechischen Wort ioeides ("violett"). J.J.Berzellius schlug im Jahre 1814 das chemische Symbol I vor. 

 

 

Darstellung

 

Früher wurde Iod durch eine Extraktion aus der Asche von Meerespflanzen gewonnen, Heutzutage gewinnt man Iod aus so genannten Salzsolen. Das in solchen Solen enthaltene Iod kann durch Zugabe von Chlor freigesetzt werden. Dabei wird das Iodid zu elementarem Iod oxidiert und das Chlor reduziert:

2 I- + Cl2 I2 + 2 Cl-

 

In südamerikanischen Staaten wird Iod aus dem in großen Lagerstätten befindlichen Chile-Salpeter (Natriumnitrat) gewonnen. Dazu wird der Chilesalpeter ausgelaugt und das enthaltene Natriumnitrat auskristallisiert. Die dabei anfallende Lauge enthält eine gewisse Menge an Natriumiodat welches im Kontakt mit Schwefeldioxid und Wasser zu Iod, Schwefelsäure und Natriumsulfat reagiert:

2 NaIO3 + 4 H2O + 2 SO2 NaSO4 + H2SO4 + I2

 

 

Verwendung

 

Iod ist für den menschlichen Organismus lebensnotwendig und muss ständig mit der Nahrung aufgenommen werden. Daher wird es in Form seiner Natrium und Kaliumsalze dem Speisesalz beigefügt. Außerdem findet es Anwendung in der Medizin als Desinfektionsmittel und Röntgenkontrastmittel. Außerdem kann es großtechnisch als Katalysator eingesetzt werden oder zur Erzeugung von Farben. Des weiteren spielt Iod in Form von Silberiodid eine wichtige Rolle in der Photografie.

 

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