Wirkungsweise der Antacida

Der natürliche pH-Wert im Inneren des Magens beträgt 1,5. Das saure Milieu wird durch die Magensäure - eine wäßrige Lösung verschiedener vom Körper produzierter und mit der Nahrung aufgenommener Stoffe. Die Wirkung der Magensäure entspricht der einer 0,030 molaren Salzsäure. Die Aufgabe der Magensäure besteht darin die Verdauungsenzyme im Magen zu unterstützen (Katalysator). Durch einige Nahrungsmittel kann die Produktion von Magensäure stimuliert werden. Die Folgen sind Magenbeschwerden und Sodbrennen.

Derartigen Beschwerden kann durch Aufnahme von säurebindenden Medikamenten - den so genannten Antaciden - entgegen gewirkt werden. Ein einfacher, jedoch heute nur noch selten verwendeter Stoff ist Magnesiamilch. Magnesiamilch ist eine wäßrige Suspension von Magnesiumhydroxid. Das Magnesiumhydroxid stellt in wäßriger Lösung Hydroxid-Ionen zur Verfügung, die zur Neutralisation der Magensäure gebraucht werden.

Mg(OH)2 (s) + 2 H+ (aq) → Mg2+ (aq) + H2O (l)

Ein ebenso einfaches und preisgünstiges Antacida ist Natriumhydrogencarbonat, welches beispielsweise in "Rennies" enthalten ist.

NaHCO3 (aq) + H+ (aq) → Na+ (aq) + H2O (l) + CO2 (g)

Das entstehende Kohlenstoffdioxid entweicht in Richtung Speißeröhre und führt somit zum Aufstoßen.

Viele andere Antacida enthalten neben verschiedensten Bindemitteln zermahlenen Kalkstein (Calciumcarbonat) oder Magnesiumcarbonat. Nimmt man die zu Tabletten gepressten Präparate zu sich, so findet im Magen die folgende Reaktion statt:

CaCO3 (s) + 2 H+ (aq) → Ca2+ (aq) + H2O (l) + CO2 (g)

Calciumcarbonathaltige Präparate werden auch zur Behandlung von Knochenerkrankungen wie Osteoporose verabreicht.

Alka-Selzer ist ein schmerzlinderndes Präparat, wobei die schmerzlindernde Wirkung der enthaltenen Acetylsalicylsäure zuzusprechen ist. Neben diesem Wirkstoff enthält es Zitronensäure und Natriumhydrogencarbonat. Sobald eine Tablette des Präparats mit Wasser in Verbindung kommt, so ist eine heftige Blasenbildung zu beobachten. Diese ist damit zu erklären, dass Natriumhydrogencarbonat in einer Reaktion mit der enthaltenen Zitronensäure Kohlenstoffdioxid freisetzt. Da die Acetylsalicylsäure sowie die enthaltene Zitronensäure zu einer Verminderung des pH-Werts im Magen führt, werden dem Präparat zusätzlich Antacida (in diesem Fall das Natriumhydrogencarbonat) zuzusetzten. Die zugesetzte Menge reicht aber nicht aus die pH-Wertänderung vollständig zu kompensieren.

Handelsname Wirkstoffe chemische Formel des Wirkstoffs
Maaloxan Aluminiumhydroxid Al(OH)3
  Magnesiumhydroxid Mg(OH)2
Alka-Seltzer Zitronensäure C3H4(OH)(COOH)3
  Natriumhydrogencarbonat NaHCO3
  Acetylsalicylsäure C6H4(COOH)(OCOCH3)
Kompensan Aluminium(natrium)-carbonatdihydroxid AlNaCO3(OH)2
Magnesiamilch Magnesiumhydroxid Mg(OH)2
Rennies Natriumhydrogencarbonat NaHCO3

Tab.: Handelsübliche Antacida und ihre Wirkstoffe

 

© 2001-2005 [Chempage.de] – Michael Müller – michael.mueller@rwth-aachen.de http://www.chempage.de

Aktuelles | Buchtipps: Chemie | Disclaimer | Impressum | Kontakt | Newsletter | Shop | Startseite