Arsen(III)-oxid (Arsenik)

 
Gefahrensymbole:

T+: sehr giftig

Struktur der Verbindung:
Summenformel: As2O3
Molmasse:  197,82 g/mol
R/S-Sätze: R, S
MAK-Werte:
Dichte:  3,7–3,87g/cm3  
Schmelztemperatur:
Siedetemperatur:
Löslichkeit:
 
Eigenschaften:

Arsen(III)-oxid ist im Handel als weiße, porzelanartige Stücke zu erweben. Das Oxid stellt die wichtigste Arsenverbindung dar. Es tritt in mehreren Modifikationen auf. Das Arsen(III)-oxid ist leichtlöslich in Salzsäure und Alkalien. Beim Erhitzen neigt es zum Sublimieren. Asenik-Dampf ist farb- und geruchlos, er besteht zunächst aus As4O6-Molekülen, welche bei höheren Temperaturen zu As2O3-Molekülen zerfallen. In der Natur kommt Asen(III)-oxid als monokliner Claudetit (vermutlich bei Grubenbränden entstanden) und in Form von kubischen Arsenblüte (Arsenolith) als weißer oder gelblicher, mehlartiger Überzug auf verwitternden Arsen-Erzen vor.

Arsen(II)-oxid wird schon seit über 1000 Jahren als Mäusegift verwendet, deshalb bezeichnen es die Bewohner Westafrikas, des Iraks und Andalusiens seit langem als Mäusepulver. Außerdem war es in früheren Zeiten ein beliebtes Mordgift, bis es durch den oben beschriebenen Marsh'sche-Probe gelang, selbst Spuren noch nach langer Zeit in Leichenteilen nachzuweisen.Die erste Reinherstellung des Arseniks erfolgte etwa 700 nach Christie durch einen arabischen Chemiker. Der arabische Arzt Abu Bekr er Razi (850–923 n. Chr.) empfahl Arsen(III)-oxid als Heilmittel bei Blutarmut, Nerven- und Hautkrankheiten.

Darstellung:
Man stellt Arsen(III)-oxid durch Rösten Arsenkies her. Dabei erhält man Arsenik, Eisenoxid und Schwefeldioxid.

2FeAsS + 5O2 → Fe2O3 + 2SO2 + As2O3

Anschließend reinigt man das Arsenik durch Kondensation in langen, gemauerten Kanälen und wiederholtes Sublimieren.

Verwendung:

Arsen(II)-oxid ist das wichtigste Ausgangsprodukt für alle übrigen Arsen-Verbindungen und des Arsen-Metalls. Es wird für Katalysatoren, bestimmte Spezialgläser und Vernickelungsbäder gebraucht. Obwohl Arsenik in größeren Mengen ein heftiges Gift ist, wurde es in kleinen Dosen früher häufig als Roborans angewendet. Ferner wurde Arsenik zur Konservierung von Vogelbälgen und zur Herstellung von Schädlingsbekämpfungsmitteln, auch für Rodentizide, gebraucht.

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