Esterpyrolyse

Ester sind thermisch recht stabil. Erhitzt man sie jedoch auf Temperaturen über 300°C, zersetzen sie sich in die entsprechende Carboonsäure und ein Alken. Die Reaktion verläuft konzertiert über einen sechsgliedrigen cyclischen Übergangszustand. In dem Moment, in dem das Carbonyl-Sauerstoffatom mit der Abspaltung eines β-Wasserstoffatoms beginnt, fängt die Sauerstoff-Kohlenstoff-Bindung der Alkoxygruppe an, aufzubrechen. Bei dieser Umsetzung werden drei Elektronenpaare verschoben, ähnlich wie bei der Diels-Alder- und der retro-Diels-Alder-Reaktion:

Das Wasserstoffatom und die Estergruppe treten auf derselben Seite der sich entwickelnden π-Bindung aus dem Molekül aus. Diesen Prozess bezeichnet man als syn-Eliminierung im Gegensatz zu dem anti-Übergangszustand der meisten E2-Reaktionen, bei dem zwar auch sechs Elektronen verschoben werden, die Atome aber nicht cyclisch angeordnet sind.