Haushaltschemikalien

 

Heutzutage kommt kaum noch ein Haushalt ohne verschiedenste Reinigungschemikalien aus. Die chemische Industrie bietet eine breite Palette von mehr oder weniger natürlichen Chemikalien an.

 

Geschirrspülmittel. Geschirrspülmittel sind wässrige Lösungen von hauptsächliche anionischen und nichtionischen Tensiden, Natriumtriphosphat und Alkohol. Desweiteren enthalten sie häufig Duftstoffe, Konservierungsmittel und Hautschutzmittel sowie einige Farbstoffe.

Triphosphat wird den Geschirrspülmitteln zur Komplexierung von Erdalkalimetallen (wie beispielsweise Calcium-Ionen) zugegeben. Erdalkalimetall-Ionen sind die Ursache für die Wasserhärte, außerdem beeinflussen sie die Waschwirkung der Spülmittel erheblich.

Tenside werden zugegeben, um zusammen mit Alkohol Fett und Speisereste zu lösen. Außerdem setzen sie die Oberfächenspannung des Wassers herab, so dass das Wasser ungehindert ablaufen kann. Es ist daher nicht nötig das Geschirr abzutrocknen. Allerdings bleiben nach dem Trocknen winzige Mengen des Geschirrspülmittels auf dem Geschirr zurück, sodass der menschliche Organismus etwa 0,1g Spülmittel im Jahr zu sich nimmt.

Um Geschirr in einer Spülmaschine zu reinigen sind drei wesentliche Bestandteile nötig: das alkalisch wirkende Spülmittel, der saure Klarspüler sowie das Regeneriersalz.

Die Bestandteile des Spülmittels sind nichtschäumende Tenside, Soda oder Natriumhydroxid, einem Komplexbildner (wie Natriumtriphosphat) und einem chlorabgebenden Mittel. Das bei einem Spülvorgang freiwerdende Chlor wird zur Desinfizierung, sowie zum Bleichen von Tee- und Kaffeeresten benötigt.

Im Klarspüler sind organische Säuren enthalten, welche Kalkrückstände auf dem Geschirr verhindern soll.

Da kalkhaltiges Wasser für den Spülvorgang ungeeignet ist, wird das Wasser vor jedem Spülvorgang durch einen Ionentauscher geleitet. Dabei werden Erdalkali-Ionen wie Calcium durch Natrium-Ionen ersetzt. Um die Kapazität des Ionentauschers wieder zu regenerieren, wird nach einem Spülvorgang der Ionantauscher mit Natriumchlorid-Lösung umspült (Regeneriersalz).

 

Backofenreiniger. Backofensprays enthalten alkalische Bestandteile wie Natronlauge oder Kalilauge, Amide oder Amine sowie Tenside und hydrophile Lösungsmittel.

Ein derartiger Reiniger wird immer unter Hitzeeinwirkung eingesetzt. Dabei werden Speisereste aufgequollen, durch Laugen verseift und von Tensiden aufgenommen.

Die beim Erhitzen freiwerdenden Dämpfe sind zum Teil gesundheitsschädlich und die in der Spraydose verwendeten Treibgase belasten die Atmosphäre.

 

Entkalker. Entkalker enthalten organische Säuren wie die Amidosulfonsäure (H2N-SO3H) oder Methansäure (COOH). Säuren lösen Kalk unter Bildung von CO2. Einige Entkalker enthalten Säure-Base-Indikatoren, sodass der Anwender beim Farbumschlag den Entkalker erneuern muss.

 

Allzweckreiniger. Allzweckreiniger enthalten im wesentlichen Tenside und Komplexbildner, sowie Ammoniak und Alkohol.

 

WC-Reiniger. Sanitärreiniger sind als saure oder alkalische Mittel erhältlich. Saure Reiniger enthalten Tenside, Farb- und Duftstoffe sowie Natriumhydrogensulfat und Natriumhydrogencarbonat. In Verbindung mit Wasser entwicklen sie CO2. Die saure Lösung löst Kalkstein sowie Urinstein. Des weiteren lösen Säuren braune Ablagerungen von Eisenhydroxid.

Die flüssigen, alkalischen Reiniger enthalten als Bleichmittel Natriumhypochlorit.

Saure sowie alkalische Reiniger reizen bei Kontakt Schleimhäute und Augen sowie die Haut. Sie dürfen keinesfalls gleichzeitig verwendet werden, da sonst Chlorgas freigesetzt wird, welches toxisch wirkt.

 

Die meisten Rohrreiniger enthalten starke Basen wie Natriumhydroxid. Zusätze von Leichtmetallspänen entwickeln Wasserstoff und das entstehende Gas lockern mechanisch Verstopfungen. Bei der Anwendung von Rohrreinigen können Temperaturen von bis zu 80°C entstehen und es sollte daher unter allen Umständen der Hautkontakt mit den heißen Laugen vermieden werden.

 

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