Iodometrie

Die Iodometrie ist eine Methode der Redoxanalyse. Sie basiert auf den Eigenschaften des korrespondierenden Redoxpaares Iod/Iodid. Iod ist mit einem Normalpotential E0 = +0,536 V nur ein schwaches Oxidationsmittel. Starke Reduktionsmittel wie beispielsweise Zinn(II) oder Thiosulfat können direkt mit Iodmaßlösung titriert werden. Starke Oxidationsmittel, z. B. Bromat, Chlorat, Chlor, Chromat, Iodat oder Permanganat, reagieren mit Iodid unter Bildung von Iod, das durch Titration mit Thiosulfatmaßlösung bestimmt werden kann. Sowohl Iod- als auch Thiosulfatmaßlösungen müssen eingestellt werden, was durch Titration gegen die Urtitersubstanzen erfolgen kann. Als Indikator wird bei der Iodometrie eine Stärkelösung verwendet. Stärke bildet mit Triiod-Ionen (I3-) einen tiefblauen Komplex. Je nach Durchführung der Titration erkennt man den Endpunkt am Auftreten oder am Verschwinden dieser Blaufärbung.

Beispiele aus dem Praktikum

Iodometrische Titration von Kupfer(II)

Mit Hilfe der Iodometrie lassen sich z.B. Proben von Kupfer(II) Ionen in wässriger Lösung sehr gut quantitativ bestimmen. Dieses Beispiel demonstriert sowohl die reduzierenden (Reaktion 1), als auch die oxidierenden (Reaktion 2) Eigenschaften des Iods.

Zunächst wird zur Kupferprobe ein ausreichender Überschuss an KI-Lösung gegeben, und anschließend mit Schwefelsäure auf einen pH-Wert von 1-2 angesäuert. Die Lösung wird für 15 min. abgedunkelt und stehen gelassen. Dabei wird Kupfer(II) durch Iodid-Ionen zu Kupfer(I)-iodid reduziert.

(1)    2Cu2+ (aq) + 4I- (aq) ó 2CuI (s) + I2 (aq)

Das entstandene Iod wird nun mit Natriumthiosulfatlösung (Na2S2O3) titriert. Kurz vor dem Endpunkt setzt man 1mL Stärkelösung hinzu und titriert bis zum Umschlag auf farblos. Die Gleichung für die Titrationsreaktion:

(2)    I2 (aq) + 2 S2O32- (aq) 2I- (aq) + S4O62- (aq)

Das durch das Kupfer gebildete Iod wird mit Thiosulfat-Ionen zu Iodid reduziert. Sobald das gesamte Iod umgesetzt wurde, schlägt die Farbe des Iod-Stärke-Komplexes um (Endpunkt ist erreicht). Man kann nun auf die in der Probe enthaltene Menge an Kupfer(II)-Ionen zurückrechnen.

© 2001-2005 [Chempage.de] – Michael Müller – michael.mueller@rwth-aachen.de http://www.chempage.de

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