Ameisensäure (Methansäure)

 
Gefahrensymbole:

Struktur der Verbindung:

1H-NMR-Spektrum (simuliert)

R/S-Sätze: R 35; S23-26-45
MAK-Werte: 5ml/m³
molare Masse: 46,03 g/mol
Dichte: 1,22 g/cm³
Schmelztemperatur: 8°C
Siedetemperatur: 101°C
Löslichkeit: in Wasser unbegrenzt löslich, außerdem in Ethanol, Ether und Glycerin löslich
 
Eigenschaften:

Methansäure ist eine farblose und klare Flüssigkeit mit stechendem Geruch. Aufgrund ihrer starken Polarität lässt sich die Säure gut in Wasser lösen. Sie ist eine starke Carbonsäure und kann unedle Metalle wie Eisen, Zink und Magnesium lösen, dabei bildet sich Wasserstoff und die entsprechenden Salze, die Formiate.

Wegen ihrer Aldehydgruppe kann die ammoniakalische Silbernitratlösung zu Silber reduzieren. Bei hohen Temperaturen zerfällt sie in Gegenwart eines Katalysators zu Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff. Zusammen mit Alkoholen und einem Katalysator (H2SO4) lassen sich Ester  herstellen. Ameisensäure ist in vielen tierischen und pflanzlichen Organismen als Giftsekret enthalten (wie beispielsweise Natriumformiate bei Brennnesseln und Ameisensäure bei Ameisen).

Darstellung:

Die Gewinnung von Ameisensäure auf eine heute nicht gerade gebräuchliche Weise – dies beschrieb der „arzneikundige Doktor und geheime Hofrath“ Christoph Girtanner im Jahre 1795 im folgende Text.

Die Ameisensäure erhält man durch Destillation aus den Ameisen (Formica rufa). Man destilliert Ameisen bei gelindem Feuer, und erhält in der Vorlage die Ameisensäure. Sie macht ungefähr die Hälfte des Gewichtes der Ameisen aus. Oder man wäscht die Ameisen in kaltem Wasser ab, legt sich nachher auf ein Tuch, und gießt kochendes Wasser darüber. Drückt man die Ameisen gelinde aus, wird die Säure stärker. Um die Säure zu reinigen, unterwirft man sie wiederholt der Destillation, und um sie zu konzentrieren, läßt man sie gefrieren. Oder noch besser: man sammelt Ameisen, preßt sie aus, ohne Wasser, und destilliert die Säure davon.“

Heutzutage gewinnt man die Säure aus Natriuhydroxid und Kohlenstoffmonoxid bei 210°C und sehr hohen Drücken:

1.: NaOH + CO → HCOONa

Das Zwischenprodukt Natriumformiat wird dann mit Schwefelsäure behandelt, wobei Methansäure Natriumsulfat entsteht.

2.: HCOONa + H2SO4 → H-COOH + Na2SO4

Verwendung:

Methansäure wird zum Desinfizieren von Wein- und Bierfässern eingesetzt. Außerdem eignet sich die Säure zum Entfernen von Kalkrückständen und wird als Lebensmittelzusatzstoff (E236) zur Konservierung von Fruchtsäften eingesetzt. In der Natur ist Methansäure als Giftsekret weit verbreitet.

 

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