Salzsäure (35%-Chlorwasserstoff-Lösung)
 
Eigenschaften

Konzentrierte Salzsäure ist eine 37%-ige Lösung von Chlorwasserstoff in Wasser. Salzsäure lässt sich sehr gut in Wasser lösen (siehe auch Salzsäurespringbrunnen). Sie riecht sehr stechend und das Einatmen ihrer Dämpfe kann zu Lungenentzündung führen. Außerdem werden die Zähne stark angegriffen. Auf der Haut ruft konzentrierte Salzsäure Rötung, sowie Blasen und brennende Schmerzen hervor.

Erhitz man Salzsäure so wird zunächst der Chlorwasserstoff aus der Lösung entweichen. Dieser Entweichungsvorgang hält an bis man eine 20%-ige azeotrope Lösung erhält die erst bei 110°C siedet. Weiteres Erhitzen verdampft nur das in der Lösung vorhandene Wasser. Wie auch andere Säuren reagiert auch Salzsäure gut mit unedlen Metallen. Dabei entstehen die entsprechenden Metallchloride und gasförmiger Wasserstoff [Metall + Salzsäure → Metallchlorid + Wasserstoff].

Eisen beginnt zu Rosten wenn es mit Salzsäure in Berührung kommt. Allerdings reagieren Metalle die edler sind als Kupfer (auch reines Kupfer) nicht mit Salzsäure. Jedoch reagiert beispielsweise das Kupfer-(II)-oxid mit Salzsäure unter Wasserbildung.

Salzsäure kann Gold nur in Verbindung mit Salpetersäure (Königswasser) lösen, dabei entsteht eine Lösung von Tetrachlorgold-(III)-säure (HAuCl4). Aus dieser Verbindung lassen sich andere Goldverbindungen synthetisieren. Mit Calciumcarbonat und anderen Carbonaten reagiert Salzsäure genau wie alle Säuren unter Gasentwicklung (Kohlenstoffdioxid)  [Carbonat + Salzsäure → Metallchlorid + Kohlenstoffdioxid + Wasser].

 
Darstellung

Im Labor lässt sich Chlorwasserstoff durch die Reaktion von Wasserstoff mit Chlor herstellen. Diese Reaktion erfolgt unter Lichteinwirkung explosionsartig [H2 + Cl2 → 2 HCl]. Der dabei gewonnene Chlorwasserstoff wird dann in Wasser gelöst. Da sich Chlorwasserstoff sehr gut in Wasser lösen lässt braucht man das Gas nur in das Wasser einleiten. Bei dieser Protolyse reagiert Chlorwasserstoff als Säure und gibt ein Proton ab, welches durch das Wasser aufgenommen wird.

Man kann Salzsäure jedoch auch noch auf einem anderen wege herstellen. Dazu lässt man Natriumchlorid (Kochsalz) mit Schwefelsäure reagieren, wobei Chlorwasserstoff und Natriumhydrogensulfat entsteht [NaCl + H2SO4 → HCl + NaHSO4]. Der dabei gewonnene Chlorwasserstoff wird dann wieder in Wasser gelöst.

 
Verwendung
Meistens wird Salzsäure zum Reinigen von Kalkrückständen an Fliesen verwendet. Außerdem benötigt man die Säure um wichtige anorganische und organische Verbindungen zu synthetisieren (beispielsweise PVC. Ein weiters Anwendugnsgebiet ist die Metallgewinnung. Dabei verwendet man die Säure zum Herauslösen der Metalle aus den Erzen.

Strukturformel/Abbildung

Allgemeines

Name  
Summenformel  
molare Masse 36,45g/mol
Trivialnamen  
CAS-Nummer  
Sicherheitsdaten

ätzend

R- und S-Sätze

R 34-37

S 26-45

Handhabung  
Lagerung  
MAK* 2ml/m³
LD50**(Ratte) mg/kg (oral)
LD50**(Kanninchen) mg/kg
*Maximale Arbeitsplatzkonzentration
**letale Dosis: Die Menge der Substanz, die nach einmaliger Einnahme den Tod von 50% der Versuchstiere zur Folge hat.
Physikalische Eigenschaften
Aggregatzustand  
Farbe  
Dichte 1,19 g/cm³ (37%-ige HCl-Lösung)
Schmelzpunkt  
Siedepunkt  
Dampfdruck  
Löslichkeit in Wasser unbegrenzt
Kristall
Kristallstruktur  
analytische Nachweismethoden
 

 

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