Oxidative Spaltung von Naphthalin und Phenatren

Die Synthese von Chinonen durch Oxidation aromatischer Kohlenwasserstoffe verläuft als Elektronenübertragung entsprechend und gelingt deshalb umso leichter, je niedriger das Oxidationspotential des Aromaten ist. Deshalb erfordert die Oxidation von Benzen zum p-Benzochinon das äußerst starke Oxidationsmittel Silber(II)-oxid. Die Oxidationspotentiale von Naphthalin, Anthracen oder Phenanthren sind dagegen so niedrig, dass mit Chromsäure, Wasserstoffperoxid oder Luftsauerstoff/V2O5 erreichbar und die entsprechenden Oxidationen thermodynamisch möglich sind. Man erhält die folgenden Ausbeuten an den möglichen Produkten:

ortho-Chinone können leicht weiter zu Diphensäuren oxidiert werden:

Besonders leicht lassen sich Chinone aus o- bzw. p-Diphenolen oder Aminen herstellen, da diese Ausgangsprodukte sehr niedrige Oxidationspotentiale beistzen, so dass die Elektronenübertragungen thermodynamisch sehr günstig ist.

Das durch Entzug eines Elektrons gebildete Radikal, ein sogenanntes Semichinon, wird durch Mesomerie stabilisiert. Am bekanntesten ist die Oxidation von 4-Amino-N,N-dimethylanilin durch Brom, die zu Wursters Rot führt:

Diese Verbindung geht bei weiterer Oxidation in das entsprechende Chinon-Immoniumsalz über, das in wässriger Lösung sehr schnell zum p-Benzochinon hydrolysiert wird:

Analog wird auch Hydrochinon über das in das p-Benzochinon überführt. Diese Reaktion lässt sich besonders gut als Atooxidation durchführen.

Chinone können unter Aufnahme von zwei Elektronen leicht in den aromatischen Zusstand überführt werden.