Silbernitrat

 
Gefahrensymbole:

Struktur der Verbindung:
Summenformel: AgNO3
Molmasse:  169,87 g/mol  
R/S-Sätze: R34-50/53, S16-45-60-61
MAK-Werte: 0,01 mg/m3 
Dichte:  4,352 g/cm3    
Schmelztemperatur: 212 °C
Siedetemperatur:
Löslichkeit: wie fast alle Nitrate ist auch Silbernitrat sehr gut wasserlöslich (bei 20°C 2150g/l, bei 100°C 8800g/l)
 
Eigenschaften:

Silbernitrat ist bei Raumtemperatur ein farblose kristalliner Feststoff, welcher eine antibakterielle Wirkung aufweise (es wird deshalb auch zur Wasseraufbereitung eingesetzt). Silbernitrat ist lichtempfindlich und wird daher in dunklen Flaschen aufbewahrt. Durch Verunreinigungen oder Lichteinfall wird es zu elementaren Silber reduziert.  Daher müssen Silbernitratlösung benetzte Hautflächen, Kleidungsstücke oder Arbeitsflächen gründlich mit Wasser gereinigt werden, da sich sonst unter der Lichteinwirkung eine schwarz-violette Silberschicht bildet. Derartige Flecken können mit Kaliumiodid entfernt werden. Zusammen mit Halogenid-haltigen Lösungen (bis auf Fluorid-Ionen bilden sich farblose oder gelbliche Niederschläge.

AgX Löslichkeitsprodukt Farbe des Niederschlags Reaktion
AgF ??? kein Niederschlag keine Fällungsreaktion
AgCl 1,56∙10-10 weiss Ag+ + Cl- → AgCl
AgBr 7,7∙10-13 gelblich Ag+ + Br- → AgBr
AgI 1,5∙10-16 gelb Ag+ + I- → AgI

Durch Vermischen von Silbernitratlösung mit Ethanol kann man das in den Knallerbsen vorliegende Silberfulminat (Knallsilber, Formel: CNOAg) auskristallisieren. Es ist noch berührungsempfindlicher als das in den Initialzündern verwendete Knallquecksilber.

Darstellung:

Man erhält Silbernitrat durch das Kochen von Silber in konzentrierter Salpetersäure. Dabei löst sich das Silber und es entsteht Stickstoffmonoxid, welcher durch Luftoxidation zum giftigen Stickstoffdioxid umgesetzt wird.

3Ag  +  4HNO3  →  3AgNO3  +  2H2O  +  NO 

Stickstoffdioxid ist ein rotbraunes Gas mit stechendem Geruch. Der Versuch muss aufgrund der Giftigkeit von Kohlenstoffdioxid in einem Abzug erfolgen.

Verwendung:
Silbernitrat wird in Form seiner 0,1molaren Lösung als Fällungsmittel für Halogenide verwendet und findet bei verschiedenen quantitativen Bestimmungen sein Anwendung. Außerdem eignet es sich zur elektrochemischen Versilberung von Metallen.

 

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