SNi-Mechanismus

Unter dem SNi-Mechanismus versteht man eine innere nucleophile Substitution, die nach einem internen SN2-Mechanismus abläuft und somit unter Beibehaltung der Konfiguration.

Ein typisches Beispiel ist der Austausch einer OH-Gruppe gegen Chlor mit SOCl2:

Hierbei bleibt die Konfiguration erhalten, da primär der instabile Chlorsulfinsäureester gebildet wird und durch diese Bindung das Nucleophil von derselben Seite angreifen muss. Dies führt zur Retention. Der SNi-Mechanismus ist jedoch stark lösungsmittelabhängig, denn führt man dieselbe Reaktion in Pyridin durch, so erhält man 100% Waldenumkehr also SN2-Mechanismus.

Der Grund hierfür ist in der unterschiedlichen Basenstärke zu sehen zwischen Dioxan und Oyridin. Dioxan ist nur eine schwache Base:

Das Gleichgewicht liegt weit auf der linken Seite, wodurch das Nucleophil Cl- als HCl gebunden vorliegt. Anders ist es dagegen in Pyridin:

Hierbei greift das aus dem PyrH+Cl- stammende Nucleophil Cl- in einer S­N2-Reaktion den entstehenden Chlorsulfinsäureester von der Rückseite her an, was zur Konfigurationsumkehr führt.

 

© 2001-2005 [Chempage.de] – Michael Müller – michael.mueller@rwth-aachen.de http://www.chempage.de

Aktuelles | Buchtipps: Chemie | Disclaimer | Impressum | Kontakt | Newsletter | Shop | Startseite